1.6 TDI - Motorschaden nach Software-Update?

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      Hallo liebe Community,

      ich bin momentan sehr verzweifelt. Mein Golf 7 1.6 TDI (110PS) hat bis jetzt, also nach 130t km noch nicht ein einziges Problem gehabt. Vor einer Woche jedoch fiel mir auf, dass Öl aus dem Motor austritt. Ich habe ihn also zur Werkstatt gebracht und dort hieß es dann, dass die Dichtungen für die Injektoren bzw. die Ventildeckeldichtung kaputt wäre.

      Nach ein paar Tagen bekam ich einen Anruf, dass ich doch vorbeikommen sollte. Der Wagen lief nicht mehr und es scheinen wohl Injektoren defekt zu sein und der Motor würde zu viel Diesel zurückführen. Da er sich aber nicht sicher war, haben wir uns darauf geeinigt, dass der Wagen für eine Diagnose zu VW geht.

      Heute bekam ich dann den Anruf, dass wohl ein Motorschaden vorliegen würde, da der Ölfilm im Motor mit Diesel weggespült wurde und dass ich morgen vorbeikommen soll. Nach diesem Anruf war ich natürlich komplett verzweifelt, weil sich meine Vorstellungen des Preises der Reparatur erst von ca. 400€ (Dichtungen) auf ca. 1500€ (Injektoren) und nun bei einem Motorschaden auf jenseits der 5000€ erhöht haben.

      Nach ein wenig Recherche im Internet fiel mir jedoch auf, dass es wohl öfter Ähnliche Probleme gibt, und genau dann, wenn zuvor ein Update aufgespielt wurde. Ich war Ende 2019 bei VW zum Ölwechsel und dort wurde mir ein Update (23X4) installiert. Da habe ich mich dann schon gefragt, ob das nicht damit zusammenhängen könnte.

      Meine Frage ist nun, wäre es möglich, dass wenn das Software Update evtl. für den Schaden verantwortlich ist, VW die Reparatur auf Kulanz übernimmt? Der Service wurde immer gemacht, bis auf der letzte (120t km), da es finanziell durch Corona nicht besonders gut aussah.

      Ich wäre wirklich dankbar, wenn mir jemand helfen könnte.

      LG Leo

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      Guten Morgen,

      eine Ferndiagnose ist natürlich schwierig, aber so ganz passt da ja dann doch etwas nicht zusammen.

      Das Injektoren aufgrund von Ablagerungen dazu neigen irgendwann die Einspritzmenge zu verringern, kann und ist leider durchaus "stand der Technik" (den Satz wirst du noch öfter hören). Daraus würde sich auch ein erhöhter Rückfluss von Diesel erklären, irgendwo muss das ja hin wenn es nicht in den Brennraum gelangt. Eine ordentliche Bosch Einspritzdüse mit Dichtungspaket dürfte für den 1.6 TDI ca ~130€ das Stück kosten. Der Einbau ist beim 1.6TDI denkbar einfach - zeitaufwendig ist dann wohl eher das entlüften des Systems, sollte aber für eine Werkstatt mit passenden Diagnose Tools eine Kleinigkeit sein.

      Nun zur Diagnose Motorschaden.
      An und für sich wiederspricht sich die Werkstatt mit dieser Aussage - ein Dieselmotor, welche ohnehin schon weniger Diesel in den Brennraum bekommen soll als vorgesehen, soll den Ölfilm an der Zylinderwand wegspülen? Klingt ein wenig an den Haaren herbei gezogen.
      Mal abgesehen davon das der Diesel ja durchaus auch eine sehr hohe Schmierleistung an den Tag legt.

      Nun zur Frage. Dreht der Motor beim Anlassen frei durch? Springt er einfach nur schlecht an, oder spuckt er sehr stark beim Versuch nach dem Start den Leerlauf zu halten?

      Zu deiner Theorie mit dem Softwareupdate, das Update dürfte ein anderes "Mapping" aufspielen und diesen komischen Strömungsrichter im Ansaugtrakt ergänzen. Das geänderte Mapping änderte vermutlich etwas an der Einspritzmenge.
      Ob Kulanztechnisch bei dieser Laufleistung "drin ist" kann Dir nur ein VW Partner sagen, dort wird allerdings erstmal erneut eine Diagnose gestartet welche auch wieder ins Geld gehen wird.

      EDIT: und tuh Dir selbst einen gefallen und ignoriere jeglichen Beitrag von der Person unter mir.

      ___________
      Grüße,
      Marco
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      Also die Diagnose, dass der Diesel den Ölfilm "weggespült" haben soll, kann ich auch nicht glauben. Der Diesel wird ja kurz vor OT in mehreren Stufen eingespritzt, damit er sich direkt entzündet und eine Flammfront für die weiteren Einspritzungen bildet. Dazu ist die Gesamtmenge an Diesel pro Einspritzung minimal, wie soll das einen Ölfilm an der Zylinderwand wegspülen können?

      Kulanz für solch einen Motorschaden aufgrund des Software-Updates sehe ich pers. als gering an. Bis jetzt haben das viele versucht, kenne aber keine erfolgreiche Kostenübernahme, weil VW jeden Zusammenhang abstreitet.
      Da Du den letzten Service nicht bei VW gemacht hast, sind die da noch pingeliger wenn's um Kulanz geht.

      Finde es schon komisch, dass Du den Wagen mit Ölverlust zu einer Werkstatt bringst und er danach plötzlich gar nicht mehr läuft.

      VW Golf 7 Variant Highline 2.0TDI DSG (gebaut am 19.03.2015)
      VCP+K mit VIM (im Raum Wolfenbüttel, Braunschweig, Wolfsburg)

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      @de50ae wenn die Dichtung (Rücklaufleitung) am Injektor undicht ist fließt sehr wohl jede Menge Diesel in den Motor.
      Wenn der Motor wirklich einen Lagerschaden oder ähnliches hat wird wohl nur ein Austauschmotor infrage kommen oder ein neues Auto.
      Alle anderen denkbaren Varianten sind einfach sehr teuer.

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      Moin, danke für die vielen Antworten.

      Leider hat sich der Verdacht jedoch bestätigt: Kolbenfresser im Zylinder 3. Kulanz war tatsächlich möglich mit bis zu 50%, da aber alleine der Austauschmotor bei VW 6500€ kostet, würde es mit Arbeitskosten etc. einfach keinen Sinn ergeben, so viel Geld in den Wagen zu stecken.

      Ich überlege jetzt ob ich das ganze bei meiner freien Werkstatt machen lasse oder mir einfach ein neues Auto anschaffen werde. Ein wenig sollte man selbst mit Motorschaden ja noch bekommen.

      LG